kymbalon

In Ägypten gefundene Zimbeln
  gr. κὑμβᾰλον (plur. κὑμβᾰλα)
 
  de. Zimbel, kleines Becken
  en. cymbal, finger cymbal
  fr. cymbale
  it. cimbalo, cimbalino, piatto piccolo
  es. címbalo, platillo
 

Hector Berlioz entdeckte die antiken Zimbeln (fr. cymbales antiques) bei einem Besuch des Pompejanischen Museums. Die oben abgebildeten Zimbeln sind vermutlich römischen Ursprungs und wurden in Karanis bei Kairo ausgegraben. Moderne antike Zimbeln werden aus Glockenbronze gegossen und klingen bei Durchmessern zwischen 5 und 3 Zoll (12 bis 6 cm) fein-metallisch mit bestimmter Tonhöhe zwischen a''' und e''''' (hauptsächlich in der viergestrichenen Oktave), d.h. mit einer wahrgenommenen Grundfrequenz zwischen etwa 2 und 5 kHz.

Kleinere Zimbeln, mit einem Durchmesser von 1 ½ bis 2 ½ Zoll (4-6 cm), werden auch Crotalen (oder Krotalen, fr. crotales) genannt. Sie werden als perkussive Instrumente ohne bestimmte Tonhöhe gespielt. Anders als bei den antiken Zimbeln erfolgt die Anregung nicht seitlich am Rand, sondern wie bei Kastagnetten durch Gegeneinanderschlagen der Ränder eines Paares, weshalb die Crotalen auch als Metallkastagnetten bezeichnet werden. Diese Spielweise ist auch heute noch im Vorderen Orient verbreitet, etwa beim Bauchtanz.

Becken sind asiatischen Ursprungs. Im Mittelalter wurden sie in Westeuropa – zuerst in Spanien und Italien durch die Sarazenen – eingeführt. Im 17. Jahrhundert brachten die Türken große Formen aus gehämmerten oder gegossenen Legierungen in den Westen. Dieser Typ des Beckens wurde zusammen mit der von den Janitscharen im martialischen Wechsel geschlagenen großen Trommel bald durchgängig von der westlichen Militärmusik übernommen und fand auch Einlaß in die Kunstmusik. Zu einem festen Bestandteil des symphonischen Orchesters wurde das Schlagzeug allerdings erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Becken wurden zunächst paarweise gegeneinandergeschlagen, später zunehmend einzeln, an einem Haken hängend oder auf einem Ständer liegend, mit Schlägeln geschlagen.

Auch die Becken des modernen Orchesters sind vom türkischen Typ abgeleitet. Der Durchmesser eines Orchesterbeckens liegt zwischen 15 und 20 Zoll (39 - 51 cm). In moderner Kammer- und Orchestermusik kommen auch kleinere und größere Instrumente vor.

Der Ende des 19. Jahrhunderts in New Orleans entstehende Jazz übernahm von den Marschkapellen neben den Blasinstrumenten auch Schlaginstrumente – und von Anfang auch das Becken. In der weiteren Entwicklung des Jazz nimmt das Schlagzeug dann eine immer bedeutendere Rolle ein. Jazz und Populärmusik des 20. Jahrhunderts haben auch dazu beigetragen, das perkussive Instrumentarium zu erweitern, nicht zuletzt mit Erfindungen wie dem Hi-hat, das das Charleston-Fieber der zwanziger Jahre begleitete. Der Jazz hat das vom Schlagzeuger zu bedienende Instrumentarium standardisiert und den virtuosen Schlagzeuger unserer Zeit geformt.

GM-1-Klangsatz (General MIDI Level 1)
Becken auf dem Schlagzeugkanal (10)
Klang MIDI-Tastennr.
Closed Hi-Hat
Geschlossenes Hi-hat
42 Hi-Hat
Pedal Hi-Hat
Selbstanschlag über Pedal
44
Open Hi-Hat
Offenes Hi-hat
46
Crash Cymbal 1
Schlagbecken
49 Crash
Crash Cymbal 2 57
Ride Cymbal 1
Kuppelbecken
51 Ride
Ride Cymbal 2 59
Chinese Cymbal
Chinesisches Becken
52 Chinese / Splash
Splash Cymbal
Zischbecken
55
Beckenklänge auf mehreren Tasten (alle Kanäle außer 10)
Klanggruppe: Klangeffekte
Programmnr. Instrument
120 Reverse Cymbal
Becken rückwärts
Reverse

Ein Hi-hat besteht aus zwei Becken, deren innere Ränder über eine Pedalmechanik auseinandergezogen werden können bzw. gegeneinandergeschlagen werden. Die deutsche Bezeichnung ist deshalb auch Becken-Fußmaschine oder Becken (pl.) mit Schlagmaschine. Durchmesser von 13 oder 14 Zoll (33-36 cm) sind üblich, es gibt aber auch Hi-hats von 12 oder 15 Zoll. Das Hi-hat wird mit dem Stock (oder einem anderen Anschlagmittel, z.B. Besen) im offenen oder geschlossenen Zustand geschlagen - wobei der Öffnungsgrad die Klangfarbe beeinflußt - oder nur über die Fußmaschine angeregt. Eine typische Spielweise des Hi-hat's ist, Anschläge in Vierteln, Achteln oder Sechzehnteln auf oder zwischen die Taktschläge (Viertel) zu setzen.

Crash-Becken (Schlagbecken) gibt es mit einem Durchmesser von 14 bis zu 21 Zoll (36-54 cm). Standard sind Durchmesser zwischen 16 und 18 Zoll bzw. weniger für ein zweites Becken. Crashes werden in Jazz und Rock i.a. dazu herangezogen, eine Phrase oder einen Formteil abzuschließen oder einzuleiten oder einzelne Akzente zu setzen.

Ride-Becken (Kuppelbecken) haben eine ausgeprägte Kuppe. Ride bezeichnet einen weichen, leichten Anschlag mit deutlich tonalen Anteilen, welche an der Kuppe überwiegen. Es gibt sie in Größen zwischen 16 und 24 Zoll (40-60 cm). Das erste Ride eines Schlagzeug-Sets hat i.a. einen Durchmesser zwischen 18 und 20 Zoll, das zweite ist kleiner. Die Rides lösen häufig das Hi-hat ab oder umgekehrt, um verschiedenen Formteilen verschiedene Färbungen zu geben.

Chinesische Becken unterscheiden sich von türkischen Becken (aus denen sich die modernen europäischen Becken entwickelt haben) durch leicht aufgebogene Ränder und zeichnen sich durch ein ungleichmäßiges (lebendigeres), manchmal fast schepperndes Ausklangverhalten aus. Es gibt sie in einer großen Bandbreite an Größen (zwischen 10 und 24 Zoll). Sie werden anstelle eines Crash eingesetzt, aber auch, bei entsprechender Anschlagstechnik, wie Rides bzw. Hi-hat verwendet.

Splash-Becken (Zischbecken) sind kleine Becken zwischen 10 und 12 Zoll (25-30 cm) - oder noch kleiner (bis zu 6 Zoll oder 15 cm Durchmesser). Tatsächlich handelt es sich bei ihnen oft um kleine China-Becken. Splashes werden i.a. für einzelne Akzente verwendet, mitunter auch für ausfüllende Anschläge zwischen den Taktschlägen.

Im GM-Klangsatz nicht enthalten ist das Sizzle-Becken (Nieten- oder Klirrbecken), in dessen Teller Nieten in gleichmäßigem Abstand lose eingelassen sind. Die Nieten bewirken ein starkes Klirren. Als Ersatz für echte Sizzle-Becken dienen auch Becken mit aufgelegten Klirrobjekten, z.B. Ketten aus Metallgliedern.